Urlaubsstress fängt eigentlich beim Planen an und erreicht beim Kofferpacken wohl seinen Höhepunkt. Es ist Januar und in Düsseldorf ist wie jedes Jahr die "Boot"-Messe. Per E-Mail kommen dann haufenweise Angebote - eben die Boot-Speziales - und schon werden wir erinnert dass wir ja den Urlaub für dieses Jahr noch planen müssen. Kerstin meint plötzlich "Wir können ja noch mal zu Anke und Salmon fahren" und meint damit Blue Bay Divers auf Sahaung, eben dort wo wir 2010 schon waren und wo es uns so gut gefallen hat. Gute Idee, mir ist es Recht. So spare ich mir ewiges Internetsuchen. Da Anke ohnehin gerade in Düsseldorf auf der Boot ist schicke ich ihr gleich eine Mail. Angie von Scuba Native Tauchreisen rufe ich auch gleich an. Wir haben 2010 und unsere Bali/Lombok-Reise 2011 über sie gebucht und es hat immer super geklappt. Ein paar Mails später steht es fest, 15.6. - 7.7. , dabei eine Safari für 6 Tage nach Lembeh und Bunaken. Das ging ja schnell, jetzt heißt es nur noch auf den Urlaub freuen. Erstmalig fahren wir entgegen unserem Prinzip zwei Mal in das gleiche Resort - mal schauen. Im Februar dann von Angie eine kleine Überraschungs-e-mail. Sie hat uns auf eine günstigere Buchungsklasse für den Flug umbuchen können. So ist der Flug dann noch um paar Euro preiswerter als ursprünglich, super Sache von Scuba Native Reisen.

Am 14.6. dann der Urlaubsstress - Kofferpacken. Jetzt nichts vergessen! Tauchzeug, Foto, Video, Tauchlampen, Akkus, Ladegeräte und noch Ersatz, falls was kaputt geht. Dann der Schreck! Das Netzteil der Videokamera ist weg, wahrscheinlich irgendwo liegen gelassen. Alles durchsucht, einfach weg. Naja dann halt ohne Video, jetzt nur nicht die Urlaubsfreude kaputt machen, der Fotoapparat macht ja auch irgendwie Video. Am Freitag den 15. geht's früh los. Erst einmal mit dem Auto nach Frankfurt, läuft gut, keine Staus.

A380Am Flughafen einchecken und das letzte deutsche Bier für die nächsten drei Wochen genießen. Nicht lange und unser Flug ist Boarding. Der Flug mit Singapore Airlines in einem A380. Riesiges Flugzeug, schnell noch ein Foto, geht leider nur durch ein Gatefenster - schade. Innen im Flugzeug doch irgendwie nicht viel anders als in anderen Flugzeugen auch. Unsere Plätze sind im oberen Deck. Jetzt 12 Stunden Flug bis Singapore - Gott sei Dank über Nacht. Der Flug verläuft ruhig, guter Service. Richtig schlafen können wir allerdings nicht, also Musik gehört oder die unzähligen Filme durchgezappt. Nur wenige waren auch in Deutsch. Essen war flugzeugtypisch - naja nicht so schlecht wie bei Air-Berlin. Samstag 6:00 Uhr Ortszeit Landung in Singapore, für mich erst einmal eine "Smoke-Area" finden. Der Flughafen ist gigantisch, viel zum Anschauen. Wir haben 3 Stunden Zeit bis zum Weiterflug. Der 3,5-stündige Flug nach Manado kommt uns dann nur noch ganz kurz vor.

Kiosk auf SulawesiAm Zoll in Manado dann Warten. Die machen tatsächlich von jedem ein Foto und scannen Fingerabdrücke, war 2010 noch nicht so. Draußen Empfang vom Fahrer mit Namensschild. Ich will schnell noch irgendwo Zigaretten holen, die sind in Indonesien sehr preiswert. Kein Zigarettengeschäft am Flughafen zu finden, der Fahrer meint dann wir halten unterwegs an. Bisher war überall Klimaanlage, in den Flughäfen und jetzt im Auto auch, somit hält sich der Temperaturschock noch in Grenzen.


Waran auf SulawesiDie Fahrt von Manado zur Nordküste dauert so 45 Minuten und endet an dem geschlossenen Resort Paradise. Seltsam, dort ist ein Golfplatz der jeden Tag aufwendig gepflegt wird obwohl das Hotel schon seit Jahren geschlossen ist. Auf dem Golfplatz in der Ferne ein Waran, unser erster in freier Natur, wir machen ein Foto. Das Boot ist schon da, es soll zusätzlich Lebensmittel für unser Resort mitnehmen. Den kennen wir doch, wie hieß er noch mal? "Welcome back" bei der herzlichen Begrüßung - ach ja, Ivan war es. Die Erinnerungen kommen langsam wieder hoch. Schuhe aus, die ersten Meter durchs Wasser und ins Boot. Die Überfahrt dauert gute 40 Minuten.

Noch vorn um die Ecke mit den hohen Wellen und schon ist sie zu sehen, die Bucht von Blue Bay Divers - wie schön.

Insel SahaungHerzlich war der Empfang, alles Personal was da war stand hierzu am Strand. Auch "Oma", sie ist bei Blue Bay Divers ja schon legendär. Anke weist uns kurz ins Resort ein, bei einem schönen kühlen Bingtang - dem Bier in Indonesien. Das meiste kennen wir ja noch, so quatschen wir noch etwas. Jetzt ist es doch irgendwie da, das Urlaubsfeeling. Und alles so bekannt, man fühlte sich irgendwie zu Hause. Blue Bay Divers hat seit 2011 ein Safarischiff, die KLM Sunshine. Dort beziehen wir eine Kabine im Oberdeck, in zwei Tagen soll ja unsere Safari losgehen. Abends lernen wir die anderen Gäste kennen, man trifft sich im Chillout-Bereich vom Restaurant und quatscht über Gott und die Welt. 

Safarischiff SunshineDie Kabinen auf der Sunshine sind erstaunlich großzügig. Das Schiff ist für 8 Tauchgäste und Crew ausgelegt, hat ein Sonnendeck und hinten auch ein Chillout-Bereich. Am Sonntag erst einmal ein Tauchgang am Strand, Ausrüstung und sich selbst checken - wir waren ja schließlich fast ein Jahr nicht mehr tauchen. Montag geht sie dann los, unsere erste Safari! Aber zuvor früh 5:00 Uhr Fußball-EM, es spielt ja schließlich Deutschland. Nur auf der Sunshine ist Empfang und die Jungs haben alles auf dem Schiff vorbereitet, sie sind weiter und die Freude groß. Die Sunshine bewegt sich Richtung Lembeh-Strait. Dort muss man einfach tauchen, gehört zu den 10 besten Dive-Sites der Welt. Wir haben die Sunshine zu zweit, Japs war unser Guide. Zur Unterstützung für unser schlechtes Englisch ist Jenny mit, hat Anke super organisiert. Auch sie lässt keinen Tauchgang aus und ist immer dabei. Fence ist unser Kapitän und führt uns sicher durch die Gewässer. Fendy unser Koch, dann noch Paulus, Dolvi, Charles, Ivan (er hatte uns ja mit bei der Anreise abgeholt), viele Helfer und auch Salmon ist mit von der Partie.

NacktschneckeTauchen in Lembeh kennen wir schon von vor 2 Jahren, schwarzer Sand und viel seltenes Kleinzeug - sogenannte Critters. Man kann es nicht beschreiben, man muss es gesehen haben. Vor allem aber die Augen dazu muss man haben. Japs hat sie und zeigt uns stolz was er entdeckt. Die Namen der Dive Sites kann man sich gar nicht alle merken. Jahir I, Jari-Jari, Air Prang, Nudi Falls, Bianca und und und. Früh 7:00 Uhr ist der erste Tauchgang, danach lecker Frühstück von Fendy. Spiegelei, Schinken oder Würstchen, Crepes, Toast und auch süßen Aufstrich wie Nutella. 2. Tauchgang des Tages gegen 11:00 Uhr und der Dritte entweder nachmittags oder abends als Nachttauchgang. Mittagessen ist immer super lecker, Fendy legt sich voll ins Zeug.

Safarischiff SunshineAm Mittwoch dann die Überfahrt von Lembeh nach Batu Mandi in Nordsulawesi. Hier kommen noch Taucher hinzu, auch Claudia und Sven die wir bereits vom Resort kennen und mit denen wir am Sonntag unseren Strandtauchgang gemacht haben. Wir tauchen am TK III, Batu Punten und Simone Point. Tags darauf Weiterfahrt zum Nationalpark Bunaken. Auch dort super Tauchplätze, jetzt aber weißer Sandboden und schöne farbige Korallenwände. Bunaken Timur I, Fukui, Ron's Point, Lekuan I, Fukui .... Wir tauchen mit Salmon oder Dolfi. Jeden Abend sitzen wir zusammen und identifizieren das am Tag gesehene fürs Logbuch. Man vergeht die Zeit schnell, schöne Tauchgänge und viel Spaß haben wir. Am 23. ist die Safari zu Ende und es geht zurück nach Sahaung zu Blue Bay Divers. 

Bungalow bei Blue Bay DiversJetzt haben wir noch 12 Tage im Resort, schön - früh tauchen und danach relaxen. Auch im Resort gibt's lecker Frühstück, so gegen 7:30 nehmen wir es ein und 8:00 Uhr treffen wir uns alle an den Booten. Das Tauchzeug ist da bereits an Bord vorbereitet und montiert. Auch jetzt wieder das gewohnte Tauchen, in der Regel 2 Taucher pro Guide. Man haben die Jungs Augen, wo wir ohne sie überall vorbeigeschwommen wären. Macht richtig Spaß und die Jungs freuen sich auch jedes Mal wenn sie was Neues zeigen können. Man merkt, dass sie Freude bei ihrer Arbeit haben.

Auf dem Boot gibt es Softdrinks, Wasser, Tee und Kekse. Je nachdem wie lange es zum Tauchplatz dauert fahren wir zur Pause ins Resort zurück oder bleiben draußen. Tauchplätze sind unter anderen Paradise Marina, Sampini Pasier, Yellow Coco, Busa Bora, TJ Husi, Tree Brother Rocks, Batu Manti. Jeder hat seine Eigenarten und man sieht immer wieder etwas Neues. Niklas, Dolfi und Japs II sind unsere Tauchguides und Augen. "Oma" ist für das Essen verantwortlich, ab und zu hilft Anke mit ihren Spezialitäten aus. Wir sind uns nicht einig welches Essen besser ist, das von Fendy oder das von Oma, Geschmäcker sind halt verschieden. Eins ist jedoch klar, lecker ist alles was die beiden auf den Tisch zaubern.

txt 8Nach dem Mittag dann schön relaxen, Buch lesen oder einfach faul in der Sonne liegen. Obwohl alle Bungalows ausgebucht sind, sieht man fast keine Menschen - schön ruhig. Vorn am Wasser sitzt Jenny und liest, manchmal kommt Tom vorbeigelaufen wenn er einen Strandspaziergang macht. Andere Gäste unternehmen einen Nachmittagstauchgang. Ich genieße mir so gegen 15 Uhr ein schönes kühles Bier, Kerstin mag lieber den Eistee.

txt 10Es dauert nicht lange und man sieht langsam die Sonne untergehen. Rot leuchtend verschwindet sie hinter den Bäumen der gegenüberliegenden Insel Bangka. Es wird Zeit sich fürs Abendessen klar zu machen. Die kühle "Dusche" mit dem Mandi, ein traditionell indonesisches Schöpfbad. Wir gießen uns mit einer Kelle Wasser aus einem großen Becken über dem Kopf. Es ist zwar keine warme Dusche, tut aber gut - wir gewöhnen uns sehr schnell daran.

So gegen 18:00 Uhr treffen wir uns im Restaurant. Die Guides sind auch da und wir  bestimmen die beim Tauchen gesehenen Tiere fürs Logbuch. In der Ecke liegen unzählige Bestimmungsbücher, sie sollen dabei helfen. Für die meisten Schnecken gibt es nicht einmal einen deutschen Namen. Naja, die gibt es ja auch nicht in Deutschland.

txt 11"The dinner is ready" heißt es dann und wir genießen das gute Abendessen. Und dann spielt sie los, die Blue-Bay-Band. Guides, die Crews der Boote nehmen Gitarren in die Hand und ein selbstgebauter Bass sowie ein eben solches Schlagzeug bestimmen den Rhythmus der Musik. Gelegentlich lassen wir uns nach dem Essen zum Tanz verleiten. Die Stimmung liegt auch an den Gästen, wir treffen es nicht schlecht, immer ein bisschen Spaß. Anke organisiert zum Abschied von zwei schweizer Gästen eine kleine Strandparty. Finnenfeuer in Indonesien, ist bestimmt auch nicht alle Tage. Die Blue-Bay-Band macht natürlich mit.

Wir können es kaum glauben, die drei Wochen sollen schon wieder rum sein? Wir rechnen nach und tatsächlich, 40 Tauchgänge haben wir in der Zeit gemacht. Die Fotos zählen wir lieber nicht und ein bisschen Video ist nun doch mit dabei - auch ohne Videokamera. Den letzten Tag nutzen wir für eine kleine Inselumrundung, Tauchen geht ja nicht. Abends bekommen wir unser Tauchzeug schön getrocknet wieder zurück und so sind wir wieder da wo wir angefangen haben, beim Kofferpacken. Am Abreisetag das Schlimmste, ich muss nach 3 Wochen wieder Schuhe anziehen. Wo waren die noch mal?

txt 12Urlaubsfeeling? Es ist wohl eher Blue Bay Divers - Sahaung - Feeling, einzigartig, nur dort bekommen wir es. Jetzt sind sie alle wieder am Strand, die Guides, die Bootsleute, einfach das komplette Personal. Auch Anke und Salmon und natürlich Oma. Mit Musik und Spaß nun der Abschied und uns fällt es wirklich nicht leicht zu gehen. In Singapore haben wir 6 Stunden Aufenthalt aber irgendwas muss ja schief laufen. So können wir erst nach 10 Stunden weiterfliegen - früh 4:00 Uhr. Wir sind total müde und schlafen daher relativ gut. Deutschland hat uns wieder und wir überlegen ob wir wieder zu Anke fahren werden.Schnecke 5 100x111 Vielleicht nicht gleich aber irgendwann bestimmt. Die Welt ist ja groß und wir haben noch viel Zeit. Aber Blue Bay Divers ist immer einen Urlaub wert.

Und der Urlaubsstress, wo war er noch mal? Ich glaube beim Kofferpacken war er ganz kurz da.

 

So ist das halt mit den Prinzipien.

 

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